Ist ein Übersetzer sinnvoll? - "Es gibt doch Google…"



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Der Google-Übersetzer ist heutzutage in aller Munde und führt uns zu der Frage, wofür man überhaupt noch menschliche Übersetzer braucht. Lassen Sie uns dieser Frage auf den Grund gehen.

Wer braucht schon einen Übersetzer, wenn es Google gibt?

Ja, es kommt immer häufiger vor, dass ich von Freunden oder Bekannten gefragt werde, weshalb ich eigentlich noch in meinem Beruf als Übersetzerin tätig bin. Ja… warum eigentlich? Theoretisch könnte doch mein Beruf längst überflüssig sein – stattdessen könnten Google & Co. meinen Part übernehmen. Man gibt einen Text in das Textfeld eines Übersetzungsprogramms ein und „schwupps“ ist die Übersetzung fertig. Ist doch ganz einfach und kostet nichts – Super, oder nicht?

Doch so einfach, wie es scheint, ist es nicht. Zum Glück, sage ich nur. Schließlich mag ich meinen Beruf und es wäre jammerschade, müsste ich das Zepter an ein automatisiertes System übergeben. Einem waschechten Übersetzer macht es nämlich viel Freude, sich den Kopf zu zerbrechen, was mit Trägertropfkante oder einer vorkammerbildenden Kappe gemeint sein könnte. Ob Google wohl auch hierfür eine passende Antwort findet?

Doch bereits bei weniger spezialisierten Ausdrücken kommen Übersetzungsprogramme schnell an ihre Grenzen. Wenn die französische Übersetzung für Lebensgefährte „vehicule de vie“ lautet oder aus „window shade“ ein Fensterschatten anstelle der Sonnenblende wird, dann liegt der Schluss nahe, dass die maschinelle Übersetzung definitiv nicht perfekt ist! Aber, was geschieht nur, wenn das Programm ratlos ist? Dann bleibt einfach stehen, was nicht übersetzt werden kann. So etwa im folgenden Beispiel:

„Gerne übernehmen wir auch die Werkzeugentwicklung für Ihr Unternehmen, sodass Sie allumfänglich mit der sprichwörtlichen Qualität unserer Firma versorgt werden.“

Aus diesem eigentlich gar nicht so unverständlichen Satz aus der Broschüre einer Werkzeugfirma wird in der maschinellen Englischübersetzung so etwas:

“We are happy to take the tool development for your business, so you are allumfänglich supplied with the proverbial quality of our company”. Was da wohl der potentielle Vertragspartner in den USA sagen wird?

In diesem Sinn sind wir zuversichtlich, dass es unseren Beruf noch lange geben wird! Und wenn mal wieder gelacht werden soll, übersetzt doch mal „Glücksautomaten“.

Viele Grüße, Ihre Maria Knaier