Wer braucht schon einen Übersetzer, wenn es Google gibt?



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Wer braucht schon einen Übersetzer, wenn es Google gibt?
Ja, man wird es nicht glauben, ich war neulich bei einer Freundin eingeladen und mir wurde doch die Frage gestellt, weshalb ich eigentlich noch in meinem Beruf als Übersetzerin tätig bin. Ja… warum eigentlich!? Theoretisch könnte mein Beruf längst aus dem Portfolio aller Berufe gestrichen werden. Denn anstatt dessen könnte Google & Co. meinen Part übernehmen. Man gibt einen Textentwurf in das Text-Feld eines maschinellen Übersetzungsprogramms ein und „schwupps“ ist die Übersetzung fertig. Ist doch ganz einfach und kostet nichts! Super!

Doch so einfach wie es scheint ist es nicht. Zum Glück sage ich nur. Ich mag meinen Beruf und es wäre jammerschade, müsste ich das Zepter an ein automatisiertes System übergeben. Es macht doch viel Freude, sich selbst den Kopf zu zerbrechen, was mit Trägertropfkante oder einer vorkammerbildenden Kappe gemeint sein könnte. Ob Google wohl auch hierfür eine passende Antwort findet?

Doch muss es gar nicht so umständlich sein. Wenn die französische Übersetzung für Lebensgefährte „vehicule de vie“ lautet oder aus „window shade“ ein Fensterschatten anstelle der Sonnenblende wird, dann liegt der Schluss nahe, dass das Übersetzungsprogramm definitiv nicht perfekt ist! Aber, was geschieht nur, wenn das Programm ratlos ist? Dann bleibt doch einfach stehen, was nicht übersetzt werden kann. So im folgenden Beispiel:

„Gerne übernehmen wir auch die Werkzeugentwicklung für Ihr Unternehmen, sodass Sie allumfänglich mit der sprichwörtlichen Qualität unserer Firma versorgt werden.

We are happy to take the tool development for your business, so you are allumfänglich supplied with the proverbial quality of our company”.

In diesem Sinn wollen wir hoffen, dass es unseren Beruf noch lange geben wird! Und wenn mal wieder gelacht werden soll, übersetzt doch mal „Glücksautomaten“.

Viele Grüße, eure Maria Knaier